„create your own allergyfriendly Adventkalender“ – Karin von ” the open kitchen”

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create your own allergyfriendly Adventkalender“ – Karin von Openkitchen

 

Ich freue mich darüber dich hier im Interview zu haben. Möchtest du zu Beginn ein wenig
über dich erzählen und dich einmal vorstellen?

Hallo, ich heiße Karin und blogge über allergenearme Rezepte auf meiner Homepage.

Auf meiner Facebookseite @openallergyfreekitchen sammle ich
Informationen zum Thema Allergien, poste ich Gedanken und Ideen die zum Thema passen und
stelle natürlich auch da meine neusten Rezepte zur Verfügung.

Über mich

Wie ist es dazu gekommen?

Dieses Thema wurde uns als frischgebackene Eltern sozusagen in
die Wiege gelegt. Seit der Geburt unseres Kindes vor ca. 7 Jahren, spielt allergenarmes Essen in
unserer Familie eine große Rolle. Und natürlich die Frage, wie wir unseren Alltag gut managen
können, mit einem Kind, das multiple Allergien auf Nahrungsmittel mit im „Gepäck“ hat. Ich
glaube ich spreche allen Eltern aus dem Herzen, wenn ich sage, das ist eine enorme
Herausforderung und Aufgabe!

Unser Kind verträgt keine Milch (-produkte), Weizen, Roggen, Dinkel und somit glutenhaltiges
Getreide im Allgemeinen, Ei, Soja, Nüsse, Sesam und Fisch. In letzter Zeit machen auch leider
die Hülsenfrüchte ein Problem und so reagiert es nun auch auf unsere lieben Erbsen und Co.
Auch auf sehr unverdächtige Lebensmittel wie Melone gab es schon Reaktionen.
Und dies sind auch leider nicht von der Sorte ein bisschen Bauchweh. Nein, es ist meist das volle
Programm. Schwellungen, Ausschläge, Atemnot, Durchfall und Notärztin. So ist das Notfallset,
gespickt mit Fenistiltropfen, Kortisonlösung, Sultanolspray und Epipen unsere ständige
Begleiterin.
D.h. unser Leben wurde schon von Anfang an kräftig auf den Kopf gestellt. Wir haben
schrittweise gelernt, mit den Nahrungsmittelallergien umzugehen, mussten herbe Niederlagen
einstecken und sind aber immer wieder aufgestanden und weitergegangen. Nützt ja auch nichts,
man will ja seinem Kind ein Umfeld ermöglichen, indem es sich bestmöglich entwickeln kann. Ich
habe mein Kind gestillt, bis es gut 2 Jahre war und mit 6 Monaten mit Beikost begonnen. Und
dabei wurden auch die Allergien schrittweise bekannt, es hat auf die Top 10 der Lebensmittel
beim Erstkontakt reagiert.

Immer wieder mit Vollgas ins Krankenhaus, manchmal auch mit der Rettung. Stationäre
Aufenthalte und auch einige Jahre später ein Reha -Aufenthalt in Wangen im Allgäu. Da wir aus
Österreich kommen und dies hier nicht möglich ist, mussten wir nach Deutschland ausweichen.
Es war aber äußerst aufschlussreich und ich kann dies nur Jeder und Jedem empfehlen.
Zudem hat sich bei dem hohen Level an Allergien auch gleich das Gesamtpaket mit eingestellt,
d.h. Neurodermitis und allergisches Asthma. Jahrelang kurze, unterbrochene Nächte und
ständiges Kratzen. Derzeit sind wir hauttechnisch aber äußert zufrieden, wir haben ein
Management gefunden, dass in unserem Fall wirklich gut hilft.

Mit diesem komplexen Erscheinungsbild haben wir natürlich eine Menge zu organisieren, zu
managen und auch zu erklären. Besonders die Eintritte in die Kinderkrippe, Kindergarten und die
Schule waren im Vorfeld mit vielen Gesprächen, Aufklärungsarbeit und Organisation verbunden.
Dass es dann so gut funktioniert hat, verdanken wir den jeweiligen Pädagoginnen in den
Einrichtungen, die sich mit viel Engagement, Herz und Verstand eingesetzt haben. Diese Frauen
haben mutig die neuen Herausforderungen angenommen und in den jeweiligen Teams
Schwellenängste abgebaut und Überzeugungsarbeit geleistet. Ihnen gebührt unser besonderer
Dank!

Wie bist du auf die Idee gekommen einen Blog zu schreiben welches sich mit diversen
Nahrungsmittelallergien beschäftigt?

Ich hatte schon längere Zeit die Absicht, die Erfahrungen die wir im Laufe der Jahre gesammelt
haben für all die, die in einer ähnlichen Situation sind, öffentlich zu machen. Auch mit dem
Wunsch, mit anderen ins Gespräch zu kommen und mich auszutauschen. Ich bin der Meinung,
Gemeinsamkeiten stärken sehr im täglichen Ablauf.
Als Familie mit Nahrungsmittelallergien ist man oft alleine auf weiter Flur. Es kommen von vielen
Seiten zwar gut gemeinte Ratschläge, Infos und Tipps, aus dem Wunsch des Umfeldes heraus
zu helfen und zu unterstützen. Absolut verständlich und oft sehr hilfreich, manchmal aber auch zu
einer ungeeigneten Zeit oder mit Erwartungen und Hoffnungen verbunden, die so nicht machbar
sind. Dies führt dann zu Enttäuschungen auf beiden Seiten.

Wichtig ist aber ein Emotionales aufgefangen werden. Seine Sorgen, Nöte und Ängste einfach
äußern zu können, ohne gleich einen Ratschlag übergestülpt zu bekommen. Und dies findet man
vorzugsweise bei Menschen mit gleichen Erfahrungen. Hier genügt oft schon ein Blick und Jede
weiß wovon man gerade spricht. So war eine Intention von mir, eine Plattform oder ein Netzwerk
zu schaffen bzw.  zu finden.
Ein zweites Anliegen sind mir die die Rezepte, die wir kreativ allergen frei umgewandelt haben.
Obwohl wir viele Nahrungsmittel weglassen müssen, möchte ich doch den Genuss und die
Freude am Essen und Zubereiten in den Mittelpunkt stellen. So ist das Fertigstellen eines
Rezeptes für die Homepage (http://theopenkitchen.at) auch mit einer Menge Spaß verbunden. Da
ist das Zubereiten, das Fotografieren, das Dekorieren der Speisen, das schon eine Menge
vermittelt. Nicht zuletzt Medienkompetenz. Mein Kind sagt dann des Öfteren: „Mama du hast eh
nur meine Hände auf dem Bild drauf, oder?!“

Die Facebookseite @openallergyfreekitchen hat sich dann entwickelt, als ich gemerkt habe,
„wow mit Facebook geht ja alles viel schneller“! Ich kann interessante Artikel die ich im Netz finde
verlinken, Communities beitreten oder schnell mal ein Bild das ich mache, posten.

 

Mein Adventsprojekt – your own allergyfriendly Adventkalender

Kein automatischer Alternativtext verfügbar.

create your own allergyfriendly Adventkalender“ – Karin von Openkitchen

Genauso wie jetzt mein Adventprojekt „create your own allergyfriendly Adventkalender“ jeden Tag auf meiner
Facebookseite Eingang findet. Auch da habe ich gemerkt, ich bin ja nicht die Einzige die sich
diesbezüglich Gedanken macht. Ich bin genau über diese Sache zum Beispiel auf die Seite von
der „Europäische Stiftung für Allergieforschung“ gestoßen. Die dazu auch einen Beitrag
veröffentlicht haben. Und genau, das gefällt mir am Bloggen so, man kann die eigenen Ideen
unkompliziert umsetzen, kommt mit anderen Familien und Personen in einen Austausch und wird
wieder inspiriert und stößt zudem auf neue Informationsquellen die weiterhelfen.

Bild könnte enthalten: Essen

create your own allergyfriendly Adventkalender“ – Karin von Openkitchen

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weihnachtliche Rezept Ideen

3. das Sammeln und posten von Infos rund um das Thema Allergien auf meiner Facebookseite

Welche 3 Tipps würdest du Eltern geben die das erste Mal mit dem
Thema „Nahrungsmittelallergie“ in Berührung kommen?

1. Da das Thema Nahrungsmittelallergie dich länger begleiten wird, suche dir Personen bei
denen du deine Sorgen, Frust und Gefühle einfach mal lassen kannst. So was wie ein
„Basislager“, an dem du nur mal sein und immer wieder Kraft tanken kannst.

2. Suche dir eine Ärztin oder einen Arzt deines Vertrauens, der dich begleitet. Suche so lange,
bis du das Gefühl hast angekommen zu sein.

3. Vernetze dich mit Gleichgesinnten/Betroffenen und tausche dich aus.

 

Liebe Grüße

Eure Karin

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