Die besondere Sorte von Müttern? Allergie-Mama

Helikopter Mama, Trend-Mama…? Nein ich gehöre zu einer besonderen Sorte von Müttern
Hallo ich heiße Michaela bin dreifache Mama, verheiratet und gehöre zu einer ganz besonderen Art von Müttern. Diese Einteilung der Mütter Sparte kursiert derzeit in den Medien. Bisher war ich immer der Meinung sowas gäbe es nicht, jedenfalls konnte ich mich nicht darin wiederfinden. Ich gehöre zu einer anderen Art von Müttern. Ich bin eine Allergie -Mama, Foodninja- Mama, Allergy-Mom wie auch immer man es nennen mag. Es ist irgendwo ein Zwischending von Helikopter Mama und der Allergie Mama, denn ich bin die Mutter eines Kindes welches an einer hochgradigen Nahrungsmittelallergie leidet. Diese Art von Müttern wird in der Öffentlichkeit irgendwie nicht erwähnt-deshalb tue ich es nun. Mein Sohn, Matheo ist 2Jahre und 6 Monate alt, er leidet an seit seinem 4.Lebensmonat an einer sehr schweren Nahrungsmittelallergie auf Hühnereiweiß und Milcheiweiß nur hier nicht so schlimm. So schwer, das er mit einem Jahr einen Anaphylaktischen Schock hatte und letztes Jahr im August ebenso. Anaphlaktischer Schock?! Kennt ihr nur vom hören und sagen? Es bedeutet das bei Allergen Kontakt ein lebensbedrohlicher Zustand besteht, hierbei kann das Kind nur gerettet werden in dem es Adrenalin gespritzt bekommt und beatmet wird. Wie einem als Mama das Herz blutet wenn man das seinem Kind auch noch selbst verabreichen muss, könnt ihr euch bestimmt vorstellen.
Alltag als Allergie Mama
Es ist also das Ziel das Allergen zu vermeiden! Klingt nun theoretisch ziemlich einfach, jedoch sieht die Sache praktisch ganz anders aus. Denn praktisch ist es so, dass sich das ganze bisherige Leben völlig verändert. Das Einkaufen bedeutet jede Zutatenliste zu lesen, es gibt kein Eis für unterwegs, es gibt auch nicht eben mal das Brötchen, Hörnchen vom Bäcker, keine Pommes bei Ausflügen und es gibt scheinbar für “diese” Kinder keine Erholungskur Maßnahme und es gibt noch vieles was es nicht gibt. Denn ich habe versucht eine Kur für uns beide zu beantragen, die habe ich auch bewilligt bekommen. Ich dachte das wäre kein Problem zu einer Mutter-Kind -Kur zu fahren, weit gefehlt. Es kam zum heutigen Tage die zweite Ablehnung aus medizinischer Sicht, so die Begründung. Man könne uns nicht aufnehmen mit so einer schweren Nahrungsmittelallergie heißt es. Ein Glück das ich mir nun bereits selber irgendwie geholfen habe. Denn die Kur habe ich letztes Jahr im Juli beantragt, als ich eigentlich dringend eine Unterstützung gebraucht hätte, oder wenigstens einen Fahrplan an die Hand, wie man mit so einer chronischen Erkrankung fertig wird.
Teilnahme am öffentlichen Leben?!
So bin ich die besondere Mama, die gelernt hat sich stark zu machen, sich dafür einsetzt, dass Allergiekranke Kinder nicht vergessen werden, denn das passiert und ich finde es traurig. Als Foodninja bin ich stets dabei für Matheo lecker zu kochen, backen, ihm die Möglichkeit zu geben teilnehmen zu dürfen. Und ich rede hier nicht von Festen oder dergleichen. Nein ich spreche von den normalen Mahlzeiten, von Geburtstagen, Kindergartenbesuche ( entfällt auch weil ich mich nach vielen Rückschlägen dazu entschieden habe ihn ohne den Besuch eines Kindergartens aufwachsen zu lassen.) Als Allergie Mama, muss man geschult sein um im Notfall einzugreifen und richtig zu handeln. Wenn man nicht gerade aus der Gesundheitsbranche kommt, macht einem das ziemliche Angst. Das nennt sich Anaphylaxie Schulung. Hier lernt man wie man den Anapen (Adrenalin Spritze) anwendet. Da fühlt man sich als ob man mit Munition wieder entlassen wird. Eine schwere Nahrungsmittelallergie setzt übrigens eine scharfe Beobachtungsfähigkeit vor raus. Auch die Wahrnehmung wird mit der Zeit geschulter, damit man als Mama, Kekskrümel anderer Kinder an den Händen erkennt und diese (leider) Gefahrenquelle umgehen kann. Man kann nun auch nicht mehr in den Urlaub ohne genau! zu planen. Warum?! Weil die Versorgung im Ausland anders aussieht. Die Verpflegung im Hotel nicht möglich ist. Restaurant Besuche eigentlich auch unmöglich sind. Ein Allergie Kind, wird in der Kindertagesstätte oft ausgeschlossen, kein miteinander Kuchen backen. Weshalb? Ja weil es, Entschuldigung –  für viele Erzieher sehr schwer ist Kuchen ohne Ei und Milch zu backen. Und ja, auch im Zeitalter von Google & Co.
Ängste, als Allergie-Mama
Als die besondere Art von Mama, habe ich auch leider die Erfahrung gemacht wie es ist sein kleines Baby, später Kleinkind reglos in den Armen zu halten und Todes Ängste zu erleben. Ja man verarbeitet das irgendwie. Ja man ist danach nicht mehr entspannt wenn man irgendwo Eier, Kekse, Kuchen etc. sieht wo das Kind rankommen könnte. Deshalb das mit der Wahrnehmung. Das ist ein kleiner Teil der praktischen Umsetzung im Allergie Management. Ich denke diese Art von Müttern sollten auch mal erwähnt werden. Die ganze Welt redet gerade von den Bedürfnissen der Kinder, Übermütter, Qualität in Kitas. Das war mein Beitrag dazu.  
Nach langer Zeit des Schwimmens, endlich wieder an Land
Ich bin diese besondere Art von Mutter, eine Allergie Mama. Nach einer langen Zeit des Schwimmens, habe ich endlich das Land wieder erreicht. Wir machen das Beste aus dem Leben was uns geschenkt wurde. Als Familie lachen wir so viel das uns die Bäuche wehtun. Wir führen einen Haushalt ohne Ei. Urlaubsziele haben wir geplant, Ferienhäuser mit Selbstversorgung ist unsere Lösung. Da ich meine Arbeit aufgegeben habe, mache ich ab Oktober meinen Bachelor of Arts in Kindheitspädagogik im Fernstudium. Ich blogge über unseren Familienalltag, Wissenswertes rund um das Leben als Mama eines Kleinkindes mit Nahrungsmittelallergien, auch als Mama von drei Kindern. Es ist bestimmt ganz spannend für euch zu sehen wie wir leben, mit einem Kleinkind, ein Vorschulkind und ein Schulkind. Ich als Allergie Mama bin der Meinung das jede Art von Mutter individuell das Beste für ihre Kinder möchte. Auch bewundere ich die Mamas, welche immer top gestylt sind und die Kinderzimmer ganz besonders schick sind. Ich kann sogenannte Helikopter Mütter ebenso verstehen. Kinder sind ein Mittelpunkt unseres Lebens, über sie zu kreisen finde ich verständlich. Bedürfnisorientiertes Aufwachsen, strenge Eltern, Übermutter – unsere Generationen haben viele Arten von Müttern hervor gebracht. Bei aller Kritik, haben alle, mehr Respekt & Verständnis und Anerkennung verdient. Zu welcher Sorte von Müttern gehört ihr? Vielleicht seid ihr auch eine Allergie – Mama so wie ich? Ich freue mich auf eure Kommentare. Eure Mia            

Comments (6)

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    Simone Klimm

    Liebe miaskleineschätze,
    Da bin ich mal wieder und habe mit großem Interesse deinen Blog verschlungen… nun ich habe das Glück gehabt gesunde Kinder aufwachsen zu sehen !
    Allerdings kann ich nachempfinden was es für eine Mutter bedeutet wenn das eigene Kind so krank ist .. und ich bewundere dich und deine lieben wie sie alle damit gelernt haben umzugehen und euren kleinen Schatz immer in Sicherheit zu wiegen.! Damit er sicher und ohne Ängste seine kleine Welt erkunden kann . Was ja auch sehr wichtig für die kleinen und großen Schätze ist .! Für alle diese Mütter müßte es einen Orden geben. Und das mit der Kur finde ich persönlich eine Peinlichkeit für unsere Krankenkassen und das Gesundheitswesen traurig für Sämtliches gibt doch unser Staat genug Gelder aus aber für das was am wichtigsten ist nämlich Gesundheit für Mütter & Kind ist nix da bzw. Will man kein Geld ausgeben..traurig traurig …. Zum Glück gibt es Mütter wie dich und deinen Blog du hilfst Müttern die vielleicht in einer ähnlichen Situation sind wie du und deine lieben. Und zeigst Ihnen einen Weg… Durch dich gibt es wieder ein Licht am Ende eines Tunnels . Danke liebe miaskleineschätze. Ich drück dich deine Simone

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      Michaela

      Ich danke dir für deine lieben Worte. Es freut mich das dir der Beitrag gefällt. Gerne kannst du mein Blog an andere weitergeben. Liebe Grüße Mia ☺

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    Simone

    WIR sind nicht allein!
    Was auch kommen mag, wie schwer die Tage/Nächte mal wieder sein mögen – wir sind nicht allein! Das sollten wir uns immer wieder bewusst machen und danke, dass du liebe Mia uns daran erinnert hast. Auch wenn wir uns vielleicht nicht persönlich kennen, so müssen wir uns das bewusst machen. Es hilft, wenn wir mal wieder stark sein müssen, stark für unsere Kinder, egal wie schwer es uns in diesem Moment fällt oder wie lange diese Phase gerade mal wieder anhält. Wir sind der Fels in der Brandung, wir sind stark – für unsere Kinder. Und warum? Weil wir es können. Weil wir es aus Liebe tun. Weil wir bereits so viel aufgegeben haben, so viel über den Haufen geworfen haben, so oft an und über unsere Grenzen gegangen sind UND so viel erreicht haben und noch so viel erreichen werden. Für eine bessere Zeit.
    Wir sind nicht allein damit!
    Vielleicht ein bisschen emotional aber was soll’s. Auch das dürfen wir mal sein 😉

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    Anka Thierfelder

    Liebe Mia,
    Dein Mama-Beitrag berührt mich sehr. Mein Sohn kämpft mit Krupphusten auch PseudoKrupp genannt, seit seiner Geburt. Ich kenne die gutgemeinten Ratschläge und die mitleidigen Blick der Menschen, wenn mein Sohn losbellt. Es ist ein “Auwa-Husten”, der dir jedesmal das Herz zerreißt. Dein Kind wird puterrot und du hoffst, dass es bitte wieder Luft holen möge. Die Schulmedizin riet Inhalieren mit Kochsalzlösung, später kommt Adrenalin hinzu und ein Antibiotikum. Als ich das erstmal meinem Sohn solch eine Inhalation angedeihen ließ, war mein Sohn von jetzt auf gleich ein anderes Kind. Die Nebenwirkungen haben mich dazu gebracht, nach anderen Wegen zu suchen. Man riet mir eine Kur an der Ostsee – Fein – und nach der Kur geht es dann doch genauso weiter. Auch die gutgemeinte Aussage:”Das verwächst sich im Schulalter!” konnte ich nicht akzeptieren. Ich schmiss meinen Job als Erzieherin, weil es mir paradox schien, mich um anderer Mütter Kinder zu kümmern während ich für mein Eigenes nicht da sein konnte. Sobald sich nur das erste Husten vernehmen ließ, packte ich den Rucksack und wir fuhren an die Ostsee. Dort haben wir uns extra ein Dauercampingplatz zugelegt, um so flexibel wie möglich zu sein. außerdem kommt man in seinen eigenen Wohnwagen auch immer irgendwie nach Hause. Manche sagten:”Ich übertreibe.” Ich solle mich entspannen. Es gibt schließlich auch andere Kinder mit Krupp, die es noch schlimmer trifft und auch diese haben es mit Hilfe der Schulmedizin überstanden. Doch mit diesen Aussagen konnte ich mich nie identifizieren. Ich kann mich so gut in deine Situation einfühlen und finde Deinen Umgang damit bewundernswert. Ich bewundere Deine Stärke und Deine Mut, dies in einem Blog öffentlich zu machen. Es wäre mir eine große Freude, wenn wir uns auf FB verbinden, wer weiß was die Zukunft bringt. Dann wäre es schön zu wissen, wo wir uns finden können. Alles Licht und Liebe des Universums, AnkaT (aus FB Rise up & Seine University)

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      Michaela

      Hallo Anja, ich danke dir für deine lieben Worte. Beim lesen deiner Nachricht hatte ich auch Tränen in den Augen. Ich finde deine Entscheidung für deinen Sohn dazu sein sehr gut. Das ihr mit dem Wohnmobil Richtung Meer fahrt, ist eine gute Idee,die Meeresluft tut ihm bestimmt gut. Wie geht es deinem Sohn denn jetzt? Ich wünsche euch viel Kraft und Energie. Liebe Grüße Michaela

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    Franziska

    Hi Mia,

    ich lese gerade deinen Blog meine Tochter wird im August 6 Jahre alt und hat seit ihrem 3. Lebensmonat Neurodermitis, Asthma und Lebensmittelallergien mit Anaphylaxiegefahr (Milch, Ei und alle Baumnüsse). Ich bin Mitglied im Nuss Anaphylaxie Netzwerk (NAN ev.) wir haben auch eine Facebook Gruppe in der über 1000 betroffene Eltern sind. Zur Mutter Kind Kur kann ich sagen wir haben 2015 eine Kinderrehha in Davos in der Schweiz gemacht. Das würde ich euch ans Herz legen. Dort gibt es Elternschulungen zum Thema Ashtma und Anaphylaxie. Es steht euch auf jeden Fall zu. Also eher direkt fürs Kind die Reha beantragen nicht über Mutter Kind Kur. Viel Erfolg und gute Erholung. Tolle Seite vor allem die Rezepte!!

    Viele Grüße

    Franzi

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